Translokalität als ein Zugang zur Geschichte globaler Verflechtungen

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Ulrike Freitag

Einleitung[1]
Das Projekt von geschichte.transnational, gängige räumliche Begrenzungen der Disziplin zu überwinden, wenn auch zunächst primär im Hinblick auf europäische Geschichte, weist eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit einem anderen Projekt auf, das wir hier vorstellen möchten. Es geht, im Unterschied zu dem eher theoretischen Ansatz von geschichte.transnational, vor allem von Beziehungen und Verflechtungen zwischen unterschiedlichen Regionen Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens aus.[2] Hier stehen die Bewegungen von Akteur/innen, Ideen und Gütern zwischen unterschiedlichen Regionen des „Südens“ im Zentrum der Aufmerksamkeit, die sich – im „Norden“ oft kaum beachtet – im Kontext der historischen Veränderungen der Moderne in erheblichem Maße intensiviert haben. Teilweise entwickelten sich dabei ältere Verbindungen weiter, teils entstanden völlig neuartige Beziehungen. Für die Erforschung dieser Verflechtungen wurde am Zentrum Moderner Orient (ZMO) der Begriff der „Translokalität“ als Ausgangspunkt gewählt. Damit ist ein Thema angesprochen, das auch im Rahmen sozialwissenschaftlicher Globalisierungsdebatten, bei denen eher die Verbreitung westlicher Modelle beziehungsweise Nord-Süd-Beziehungen im Vordergrund stehen, bisher weitgehend vernachlässigt wurde.

An diesem Projekt sind Historiker/innen, Anthropolog/innen, Wirtschafts-, Sprach- und Politikwissenschaftler/innen mit regionalwissenschaftlichen Orientierungen beteiligt. Debatten zu Vergleich und Transfer, zu histoire croisée und entangled histories, sowie zu den Bezügen zwischen den Fallbeispielen und globalen Entwicklungen entstanden hier also primär aus der interdisziplinären Forschungspraxis und nicht, wie Kaelble (2005) dies für die Debatte über transnationale Geschichte beschreibt, aus einer methodisch-theoretischen Reflexion. Die nachfolgend vorgestellte Positionierung ist eine Art Zwischenstand der konzeptionellen Diskussion, bei der sich die unterschiedlichen Ansätze der Disziplinen erst allmählich angenähert haben (s.a. Weingart 1997, 2002).

Da eine Reihe von Beiträgen (Pernau 2005, Gerber 2005, Meissner 2005) in geschichte.transnational explizit versucht haben, außereuropäischen Erfahrungen einen Raum innerhalb einer neuen, global verstandenen Geschichte zu verschaffen, erscheint es uns sinnvoll, Erfahrungen und vorläufige Ergebnisse der ZMO-Forschungen über historische und gegenwärtige Süd-Süd-Beziehungen in dieses Forum einzuspeisen. Der Begriff der Translokalität, der zunächst eher beschreibend verwendet worden war, erlaubt konzeptionelle Einsichten, die auch über diese Regionen hinaus eine neue Sichtweise auf grenzüberschreitende Verflechtungen eröffnen. Damit leistet er einen – wie wir glauben wichtigen – Beitrag zu Diskussionen über das Wie transnationaler und möglicherweise globaler Geschichtsschreibung.

Translokalität in historischen und gegenwärtigen Forschungen zu Süd-Süd-Beziehungen
Ähnlich wie histoire croisée kann man auch Translokalität einerseits eher im Sinne einer übergreifenden Forschungsperspektive und andererseits eher konkret als einen bestimmten Forschungsgegenstand betrachten. Im letzteren Sinne werden unter Translokalität Phänomene verstanden, die als Ergebnisse von Zirkulation und Transfer gesehen werden können, die also aus konkreten „Bewegungen“ von Menschen, Gütern, Ideen und Symbolen hervorgehen, soweit diese mit einer gewissen Regelmäßigkeit räumliche Distanzen und Grenzen überwinden. Dabei stehen solche Phänomene im Vordergrund, für die diese Grenzüberschreitung ein konstitutiver Bestandteil ist. Im zuerst genannten, eher weiter gefassten Sinne stellt Translokalität dagegen eine bestimmte Perspektive auf recht unterschiedliche Prozesse und Zustände dar, welche die Interaktion und Verbindung zwischen Orten, Institutionen, Akteuren und Konzepten über reale und gedachte Grenzen hinweg hervorhebt.

Forschung über Translokalität thematisiert Prozesse kulturellen Austauschs und Transfers wie auch die Situierung von Individuen und sozialen Akteur/innen in translokalen und transnationalen Netzwerken. So können z.B. die regelmäßigen Wanderungen nomadischer Bevölkerungsgruppen im saharischen Raum Teil solcher Untersuchungen sein, ebenso aber auch die durch Kriege erzeugte Mobilität und die Zirkulation von Gütern. Dabei wird Translokalität nicht mit räumlicher Mobilität oder kulturellem Transfer an sich gleichgesetzt (letzteres bei Greenblatt 1990). Der Begriff verweist dabei zugleich explizit und kritisch auf das Lokale, Begrenzte und Strukturierte: Einerseits bezeichnet er eine Emanzipation von bestehenden (lokalen) Fixierungen, andererseits eine Umkehr üblicher Perspektiven: Historische Strukturierungen und Ereignisse werden zunächst nicht als Voraussetzung, sondern vielmehr als Ergebnis der genannten räumlichen Bewegungen betrachtet. Translokalität wird also relational, nicht absolut verstanden, und betont die Grenzüberschreitung, die daraus entstehenden Spannungen und deren Ergebnisse.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Auswirkungen von räumlicher Mobilität und Austausch auf Prozesse der Verfestigung bzw. Institutionalisierung kultureller, sozialer und politischer Strukturen. Hierfür wurde der Begriff der „Einrichtung“ gewählt, im Sinne eines (Sich-)Einrichtens, der Herstellung von Ordnung oder der Schaffung oder Bewahrung von Handlungschancen in fluiden, ungeregelten Situationen. Derartige Zustände hat gerade die Moderne, speziell auch in kolonialen und postkolonialen Kontexten, zahlreich hervorgebracht. Diese Einrichtungsprozesse werden zunächst als Versuche der Akteur/innen interpretiert, in solchen, durch Mobilität und flows geprägten Situationen bestimmte Räume und Muster von Handeln, Kommunikation und Vorstellung zu entwickeln oder zu bewahren.

Das Thema der Entstehung solcher Räume wurde systematisch zunächst in den Arbeiten zum Indischen Ozean veranschaulicht. Dabei entstand der Begriff der seascape (Reinwald 2002). Die Mitarbeiter/innen konzeptionalisierten mit diesem Terminus den Raum, der geografisch zwischen den drei am ZMO untersuchten Großregionen liegt, als Ausdruck der Bewegungen von Menschen, Waren und Ideen sowie der damit (teilweise) verbundenen Überlagerung von realen und imaginierten Orten, die ihn strukturierten und kontextualisierten. Dieser Raum sollte deshalb weniger als geografisch-topografische Gegebenheit, sondern vor allem als Resultat sich überlagernder sozialer und kultureller Praktiken und Repräsentationsmuster gesellschaftlicher Akteure sowie wirtschaftlich-politischer Regulierungsszenarien verstanden werden. Aus einer solchen translokalen Perspektive lässt sich die Pluralität der historischen Transformationsprozesse, im Zuge derer Räume wie der Indische Ozean geschaffen, reorganisiert und redefiniert werden, besser verstehen und beschreiben.[3] Sie relativiert einerseits die Vorstellung klar abgrenzbarer Räume oder Kulturen, andererseits zeigt sie die Schaffung und den Wandel eigener – im Fall des Indischen Ozeans maritim geprägter – Interaktions- und Beziehungsräume. Im konkreten Beispiel wurde der Ozean durch Schifffahrtsrouten und Verkehrsrhythmen ebenso strukturiert wie durch imperiale Grenzziehungen und Kontrollen. Dabei hat sich an den Schnittstellen dieser verschiedenen Beziehungen der Austausch besonders verdichtet und seine spezifischen historischen Spuren hinterlassen. Ein zentrales Ergebnis zeigte sich in der Beobachtung, wie stark die jeweilige Ausformung der Handlungsräume mit Ab- und Ausgrenzungsprozessen verwoben ist (Hartwig 2002, Bromber 2002, Krajewski 2005, zu dem Thema auch Ferguson 2002).

Die Forschungen zu transsaharischen Kontakten haben diese Konzeptionen aufgegriffen und weiterentwickelt (Marfaing & Wippel 2004). Hier erwies sich besonders die Kontrastierung der nord- und südsaharischen Formen von Translokalität als fruchtbar. Sie verweist auf die unterschiedlichen politischen und ökonomischen Realitäten und Interessen der jeweiligen Bevölkerungen. Gleichzeitig zeigt sie die Überlagerungen unterschiedlicher Migrationen (vom Sklavenhandel bis hin zur legalen und illegalen Migration) und unterschiedlicher Räume wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs (z.B. durch Islamisierung), die zu verschiedenartigen Hierarchisierungen dieses Raumes führten. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass grenzüberschreitende Beziehungen sehr disparate Erfahrungswelten hervorbringen können.

Diese Arbeiten verdeutlichen, dass Bewegung und Austausch zu Fixierungen und Abgrenzungen führen können, die ihrerseits Zwänge, Anreize und Regulierungen für räumliche Bewegungen bilden. Auch kann keineswegs davon ausgegangen werden, dass aus Mobilität oder Mobilisierung notwendigerweise neue „Einrichtungen“ und Ordnungen oder gar sozialer, kultureller und politischer Wandel entstehen. Vielmehr scheint es ein Merkmal moderner Versuche der „Raumordnung“ zu sein, dass immer wieder Räume des Vorübergehenden, Ungeordneten oder Unabgegrenzten entstehen, die auch als „Nicht-Orte“ bezeichnet worden sind (vgl. Augé 1994, Legnaro & Birenheide, o.D.). Aus außereuropäischer Sicht stellt sich allerdings die Frage, ob dieser Begriff erst auf supermoderne Räume wie Flughäfen, Einkaufszentren oder auch öffentliche Gebäude mit ganz eigenen Regeln der Ausgestaltung anwendbar ist, und ob es nicht auch hier darauf ankommt, aus wessen Blickwinkel diese Orte betrachtet werden.

Aus diesen Gründen richtet sich die Perspektive der Translokalität weder ausschließlich auf „Bewegung“ noch auf „Einrichtung“ als solche, sondern fragt nach dem Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Polen. Gegenüber gängigeren Begriffen der gegenwärtigen, vom Thema der Globalisierung geprägten Diskussionen, die das Mobile, Fließende und Grenzüberschreitende betonen, hat „Translokalität“ den entscheidenden Vorteil, schon vom Begriff her den Blick auf diese Wechselbeziehung zwischen Transgression und Lokalisierung zu lenken. Eine a priori positive oder negative Bewertung von Bewegung und Mobilität oder gar eine linear-deterministische Betrachtung ihrer strukturellen Konsequenzen, wie sie in der Öffentlichkeit vielfach vorgenommen wird, ist damit ausgeschlossen. Insofern setzen wir Translokalität auch weder mit der Bewegung an sich gleich, noch mit den von ihr geprägten konkreten oder abstrakten Orten oder Räumen, wie andere Autoren dies versucht haben (z.B. Appadurai 1996a, Mandaville 2000)[4], sondern betonen das Verhältnis zwischen beiden.

Translokal oder transnational
Unabhängig von der in diesem Forum heftig debattierten Rolle des Nationalstaats in gegenwärtigen und künftigen Entwicklungen (Patel 2005, Siegrist 2005, Meissner 2005) wurde am ZMO der Begriff der Translokalität – und nicht etwa der Transnationalität – gewählt. Dies ist kein Zufall, sondern ergab sich aus der Geschichte und Gegenwart der betrachteten Regionen: Nicht nur sind nationalstaatliche Grenzen in vielen Teilen Asiens und Afrikas erst im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden, auch gibt es vielfältige Grenzen innerhalb oder jenseits von Nationalstaaten, deren Überschreitung in gegebenen Kontexten wichtiger sein kann als die Überquerung staatlicher Grenzen. Damit soll die Bedeutung politischer Regulationsmechanismen keineswegs negiert werden, vielmehr soll auf die Vielgestalt sowohl der möglichen politischen Gebilde als auch auf die nicht primär politisch definierten Grenzen verwiesen werden (z.B. religiös, wirtschaftlich).

Viele Autor/innen neigen dazu, beide Begriffe gleichzusetzen (z.B. Mandaville 2000 und 2001, Bowen 2002). Der Begriff Translokalität wird heute gern auch in Disziplinen wie der Politikwissenschaft verwendet, die traditionell von der Kategorie des Nationalstaats ausgehen. Dies gilt, wie in diesem Forum auch bereits mehrfach erörtert, auch für die Geschichte (vgl. neben den Beiträgen in diesem Forum auch z.B. Osterhammel 2001, Conrad & Osterhammel 2004). Sofern „Transnationalismus“ die Raumkategorien der Akteur/innen selbst überhaupt einbezieht, hat der Begriff aber die Tendenz, die Existenz von Nationalstaaten vorauszusetzen beziehungsweise die Sichtweisen nationaler Eliten zu privilegieren. „Translokalität“ hebt dagegen stärker auf die Vielfalt der räumlichen Ordnungen sowie die unterschiedlichen Raumwahrnehmungen der Akteure ab. Diese sind nicht (allein) von nationalen Grenzen und Territorien, sondern von den Wegen und Lokalitäten geprägt, auf bzw. zwischen denen sie sich bewegen. Transnationalismus kann in diesem Sinne eher als ein Sonderfall von Translokalität denn als die Norm verstanden werden.

Problematischer bleibt die Bestimmung des „Lokalen“, das bei dieser Perspektive transzendiert wird. Die Kritik an der früheren Tendenz, Orte, Gemeinschaften und Kulturen als fixierte und abgegrenzte Lokalitäten im Sinne vorgegebener räumlicher Einheiten zu denken, haben umfangreiche anthropologische und soziologische Debatten in Gang gesetzt (z.B. Wolf 1988, Augé 1994, Marcus 1995, Gupta & Ferguson 1997). Inzwischen scheint weitgehend akzeptiert, dass Lokalität soziokulturell (und historisch) „produziert“ ist, und zwar oftmals gerade aus Kontexten heraus, die erhöhte Mobilität und häufige reale Grenzüberschreitungen mit sich bringen (Appadurai 1996b). Diese können, müssen aber nicht von globaler Reichweite sein.

Am ZMO durchgeführte Untersuchungen, etwa zu Konversion in Ostafrika oder zu transkulturellen Wissensvermittlungen in Südostasien, zeigen jedoch, dass das Lokale mit sehr unterschiedlicher Emphase belegt sein kann. Vielfach nehmen mobile Akteur/innen ihre Herkunftsorte nicht mehr als Heimat, sondern als vergangen und fremd wahr, als Orte, die es zu verlassen galt. Hier kommt eine transformatorische Qualität des Lokalen in den Blick: Wenn Akteur/innen zurückkehren, wenden sie sich veränderten Orten als veränderte Personen erneut zu. Dieser qualitative Ansatz erlaubt es letztlich, die Produktion von Orten und die Rekonfiguration von Räumen als spiralförmige Entwicklung zu denken und sie somit zu historisieren. Derartige Beobachtungen verweisen auf die Notwendigkeit einer differenzierteren Bestimmung des Lokalen. So haben z.B. Gupta & Ferguson (1997) die erwähnten, auf Kontinuität und Homogenität abhebenden Konstruktionen und Imaginationen von „Lokalität“ (locality) von jenen wechselnden, vielfältigen Verortungen (shifting locations) unterschieden, die soziale Akteur/innen in ihrer Praxis einnehmen. Beide Perspektiven des Lokalen haben ihre Relevanz, und beide sind – allerdings in sehr unterschiedlicher Weise – mit konkreten räumlichen Orten verknüpft. Der Begriff der Translokalität, wie er am ZMO verwendet wird, bietet nun den Vorteil, die Pluralität und Wandelbarkeit dieser Verortungen und Imaginationen in den Blick zu rücken, in dem sie sie systematisch auf Bewegung, Grenzüberschreitung und Interaktion bezieht.

Unseres Erachtens ist es zur Gewinnung größerer Klarheit sinnvoll, je nach Situation, Fragestellung und Akteursperspektive, unterschiedliche und zugleich konkretere Bezeichnungen für solche, in translokaler Perspektive zu betrachtende Verortungen zu verwenden. Mit Begriffen wie „Grenzräumen“ (frontiers) oder „Metropolen“ verbinden sich jeweils unterschiedliche Akzente, die teils in Kritik des emphatischen Lokalitätsbegriffs entwickelt worden sind. Gemeinsam ist ihnen die Betonung des Lokalen nicht als Ort der Kontinuität, des Eigenen oder Begrenzten, sondern der translokalen Interaktion. Gerade an solchen Orten können sich die Einrichtungsprozesse abspielen, welche ein wichtiges Thema unserer Forschungen sind (konkrete Beispiele bei Laffan 2003, Freitag 2003a).

Speziell im Hinblick auf die Manifestation von Translokalität in Metropolen scheinen die neueren Diskussionen über Kosmopolitanismus von besonderem Interesse zu sein (vgl. Beiträge in Vertovec & Cohen 2002, Zubaida 1999, Turino 2000, Beck 2002b, Çaýlar 2002, Schiffauer 2004). Abhandlungen über Kosmopolitanismus ist allerdings häufig eine (positiv besetzte) normative Sichtweise zu eigen (z.B. Beck 2002a). Diese erscheint gerade in Bezug auf die kolonialen und postkolonialen Metropolen des Südens problematisch. Interessanterweise haben die Arbeiten am ZMO z.B. gezeigt, dass solche positiven Bewertungen sich schon in britischer Militärpropaganda finden: Britische Militärzeitungen in Ostafrika im Zweiten Weltkrieg konstruierten das Bild des gebildeten, reisenden und damit modernen afrikanischen Soldaten, dem aufgrund seiner neuen "Modernität" die Gleichwertigkeit mit britischen Soldaten, welche sonst als überlegene Kolonialherren auftraten, versprochen wurde.[5] Im Kontrast dazu wurde im vorhergehenden Projekt von Bromber deutlich, wie das vermeintliche kosmopolitische Idyll des kolonialen Sansibars von starken Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppierungen geprägt war (Bromber 2002 und 2005, Glassman 2004).

Die Arbeiten des ZMO verweisen auf eine ganze Palette von Orten, die nicht nur als abgegrenzte Einheiten, sondern auch als Schnittpunkte translokaler Interaktion von teils begrenzter Dauer betrachtet werden können. Dies gilt beispielsweise für die Arbeiten über Woodabe-Camps in westafrikanischen Städten (Boesen 2004). Die bisherige Arbeit am ZMO zeigt deutlich, dass das Spannungsverhältnis zwischen „Bewegung“ und „Einrichtung“, zwischen Entgrenzung und Abgrenzung je nach Untersuchungsgegenstand, Fragestellung und methodischem Zugang sehr unterschiedlich bestimmt werden kann. Dieses Verhältnis kann Offenheit und Geschlossenheit, Identifikation und Distanzierung, Kontinuität und Flüchtigkeit umfassen. In jeder Hinsicht aber sind Lokalitäten integrale Bestandteile translokaler Interaktion, die sie gleichsam kartieren.

Methodische Überlegungen
Die Untersuchung translokaler Beziehungen und Prozesse und ihrer Wirkungen, deren Schwerpunkt auf den Perspektiven von Akteur/innen aus dem Süden liegt und die Süd-Süd-Beziehungen stärker als in der bisherigen Forschung in den Blick nimmt, hat eine Reihe methodischer Implikationen. Die folgenden Ausführungen können nur bestimmte (Teil-)Aspekte hervorheben, die in der laufenden Diskussion methodischer Fragen am Zentrum, einen größeren Stellenwert haben. Wesentliche Anregungen hat u.a. die aktuelle historiografische Diskussion über Ansätze einer histoire croisée geliefert, wie sie etwa Werner und Zimmermann (2002) vertreten. Ähnlich wie zuvor schon etwa in der Sozial- und Kulturanthropologie (z.B. Clifford 1997) wird hier postuliert, dass die Erforschung grenzüberschreitender Prozesse die Pluralität der auf die verschiedenen Orte bezogenen Perspektiven und deren Wechselwirkungen systematisch reflektieren müsse.

Erstens geht es um die unterschiedlichen Perspektiven der Akteur/innen. Hier ist für alle Projekte die Einsicht wichtig, dass die kategorialen Begriffe, die bei der Analyse verwendet werden, einer erhöhten Reflexion bedürfen, wie dies ja etwa bei der histoire croisée oder auch in diesem Forum (Gerber 2005) thematisiert wird. Kategorien der Einheiten und Prozesse, die in translokaler Verknüpfung betrachtet werden, sollten nicht nur aus der Sicht der Beobachter/innen, sondern auch der beobachteten Akteur/innen, und zwar in ihren zeitlichen und lokalen Dimensionen, in die Untersuchung einbezogen werden (vgl. Sarasin 2001). Ansätze zur Erfassung der Polysemie erscheinen insbesondere in historischen Kontexten zentral, in denen historische Akteur/innen unterschiedlicher semantischer und symbolischer Kontexte aufeinander stoßen (z.B. Freitag 2003b). Solche Zusammenhänge treten in der Moderne des Vorderen Orients, Asiens und Afrikas besonders zahlreich auf.

Dies betrifft z.B. jene Projekte am ZMO, die sich mit dem Transfer von Wissen, Bildung und Reformkonzepten beschäftigen. So finden sich für den Begriff der „Reform“ im Arabischen gleich mehrere, unterschiedliche Begriffsfelder eröffnende Termini, die sich jeweils auf verschiedene Kontexte beziehen (taýdÍd, iÈlÁ½, tahªÍb). Ähnliches gilt für Zusammenhänge, die wir mit „säkular“, „modern“, „lokal“, „global“ etc. bezeichnen. Derartige Reflexionen sind ein wichtiger Bestandteil des Gesamtprojekts des ZMO, denn erst Vergleiche zwischen unterschiedlichen Projekten erlauben verallgemeinernde Schlussfolgerungen über den Stellenwert und die Implikationen des Gebrauchs von Begriffen.

Notwendig ist aber auch ein intensiver Austausch zwischen Forscher/innen und den Akteur/innen der Untersuchungsregionen selbst. Marcus (1995) hat auf den „circumstantial activism“ verwiesen, der sich aus den vielfältigen Grenzüberschreitungen und Beziehungen sowie dem Zwang zu regelmäßigen Neupositionierungen ergibt, der Forschungen in translokalen Untersuchungsfeldern kennzeichnet. Einem reflektierten Umgang mit dieser Erfahrung kommt der Anspruch des ZMO entgegen, nicht nur über, sondern auch mit Angehörigen der Gesellschaften Asiens und Afrikas zu forschen. Dieser Anspruch, der erhebliche organisatorische Flexibilität erfordert, gerät allerdings teilweise in Konflikt mit Förderrichtlinien, die klare Forschungsstrukturen und -planungen verlangen. Denn die themenbezogenen Vorstellungen, Konzepte und Bedürfnisse der jeweiligen Partner, die auf diese Weise zu einem elementaren Bestandteil der Weiterentwicklung wissenschaftlicher Projekte werden, sind nicht immer vorhersehbar. Erste wichtige Schritte sind hier die Integration von Mitarbeiter/innen außereuropäischer Herkunft und von Gastwissenschaftler/innen in das Forschungsprogramm. Darüber hinaus ist es gerade bei außereuropäischen Feldforschungen nahezu ein methodisches Gebot, auch möglichst eng mit Partnern auf der Seite der Untersuchten selbst zusammenzuarbeiten, etwa im Sinne einer Rückkopplung und gemeinsamen Reflexion von Forschungsergebnissen.

Zweitens erfordert ein auf der Pluralität der Perspektiven aufbauender Ansatz zur Translokalitätsforschung die systematische Verknüpfung unterschiedlicher Betrachtungsmaßstäbe. Das Verhältnis zwischen räumlich unterschiedlich dimensionierten Betrachtungsebenen stellt sich in translokaler Perspektive nicht als Dichotomie („lokal“ versus „global“) dar, sondern als jeu d'échelles, also als Ineinandergreifen von Verflechtungen, Handlungs- und Vorstellungshorizonten sehr unterschiedlicher Reichweite. Deren Erfassung ist durchaus auf der Mikroebene möglich, auf der weiterhin die meisten empirischen Forschungen am ZMO stattfinden. Sie wird auch durch vergleichende Reflexion der Begriffe und Ergebnisse gefördert.

In vielen Fällen erfordert die translokale Perspektive, dass auch innerhalb der einzelnen Teilprojekte empirische Forschungen an unterschiedlichen Orten durchgeführt (multi-sited fieldwork) oder räumliche Bewegungen begleitet werden (mobile fieldwork). Dies hat nicht nur tief greifende Konsequenzen für die Position der Forscher/innen, sondern wirft auch grundlegende methodische Fragen auf. Diese Fragen sind bereits intensiv für die ethnologische Feldforschung diskutiert worden. (Clifford 1997, Gupta & Ferguson 1997). Abgesehen von den dadurch zwangsweise bedingten kürzeren Feldaufenthalten und damit tendenziell anderen primären Ansprechpartner/innen (im Rahmen zeitlich fest definierter Programme) trägt auch die Verschiebung von Raum und Zeit zwischen Aufenthalten an verschiedenen Orten sowohl bei den Untersuchten wie den Untersuchenden zu einem erhöhten Reflexionsbedarf bei (Parkin 2000). Von besonderem Interesse für Forschungen über Translokalität scheint der Vorschlag von Gupta & Ferguson (1997), die „shifting locations“ (anstelle von „bounded fields“ s.o.) mit einer Vielfalt verschiedener Methoden zu bearbeiten.

Dies führt zu einer dritten Anforderung an die Reflexivität der Erforschung von Translokalität. Zentral erscheint, dass dabei eine Vielfalt von Methoden eingesetzt und kombiniert werden können und müssen, die ihre Anregungen vor allem aus den qualitativ arbeitenden Geistes- und Sozialwissenschaften (insbesondere Geschichte und Anthropologie) ziehen. Die Interaktion beziehungsweise der Dialog zwischen den unterschiedlichen methodischen Konzepten und Praktiken der Disziplinen ist ein weiteres wesentliches Thema für eine reflexiv angelegte Translokalitätsforschung.

Um ein Beispiel zu nennen, das an die eben genannte Problematik des multi-sited fieldwork anknüpft: Feldforschung gilt normalerweise als Kernbestand anthropologischer Methodologie. Bei Untersuchungen zur afrikanischen und asiatischen Geschichte, die sich nicht mehr ausschließlich auf Kolonialarchive verlassen wollen, stellen sich auch für Historiker/innen neue Herausforderungen. Wollen sie die Akteursperspektive erkunden und dabei über die Kolonialarchive hinausblicken, müssen sie sich oft selbst auf die Suche nach Privatarchiven und Dokumenten, nach „oral history“ und anderen historischen Quellen machen. In gewisser Weise müssen sie sich „ihr Archiv“ ebenso erschaffen wie die Anthropologen „ihr Feld“ (dazu auch unten), und ebenso wie diese können sie sich nicht auf einen Ort der Forschung beschränken. Dies erfordert eine wesentlich größere Flexibilität, nicht zuletzt in methodischer Hinsicht, als sie beispielsweise Europahistoriker/innen abgefordert wird, und rückt ihre Arbeit oft in die Nähe der anthropologischen Feldforschung (eine Reflexion dieser Situation s. Lecocq 2002). Allerdings erfordert die ideale Umsetzung derartiger Ansätze auf größere Themen eine Komplexität, die im Rahmen von relativ kurzfristigen Projekten kaum zu erreichen ist.

Die eben beschriebene Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Personen an vielerlei Orten bringt eine Reihe von Disziplinen, die sich mit außereuropäischen Themen beschäftigen, in einen intensiven Dialog mit der Sozial- und Kulturanthropologie. Ähnliche Interaktionen zwischen Konzepten und Methoden, die verschiedenen Disziplinen entstammen bzw. dort auf mannigfalige Weise verwendet werden, kommen auch bei anderen Aspekten der Translokalitätsforschung ins Spiel.

Quantitative Ansätze können zwar in einigen Bereichen erfolgreich eingesetzt werden (Hegasy 2004), insgesamt sind sie jedoch für die eher historisch und anthropologisch ausgerichtete Arbeit des ZMO nicht zentral. Dies mag einerseits einen gewissen Zufallscharakter haben, andererseits aber auch damit zusammenhängen, dass gerade im Bereich der historischen Forschung selten zufrieden stellende quantitative Daten für die entsprechenden Regionen, noch dazu in vergleichbarer Qualität, aufzufinden sind. Hinzu kommt die Schwierigkeit, die gewählte Akteursperspektive mit quantitativen Ansätzen in den Blick zu bekommen.

Hingegen erweist sich z.B. das Konzept des Netzwerks, wenn auch nicht in der strengen, empirisch-analytischen Ausrichtung der klassischen Sozialanthropologie, sondern eher in qualitativer oder „metaphorischer“ Anwendung, als durchaus hilfreich, wenn es um die Erfassung und Beschreibung translokaler Beziehungen geht. Dabei besteht die besondere Stärke der Arbeiten am ZMO darin, diesen Ansatz aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven heraus zu verwenden und auch historisch fruchtbar zu machen. In der Regel wird die qualitative Netzwerkforschung – ähnlich wie dies aus islamwissenschaftlicher Perspektive etwa die Beiträge in Loimeier (2000) vorführen – mit einer Vielzahl anderer Methoden und Ansätze kombiniert (zusammenfassend zu dem Ansatz: Harders 2000).

Das Forschungsprogramm des ZMO zum Thema „Translokalität“ bietet für die Reflexion derartiger disziplinärer Grenzüberschreitungen ein besonders fruchtbares Feld.

Fazit
Abschließend glauben wir feststellen zu können, dass die Forschungen zur Translokalität in Süd-Süd-Beziehungen, wie sie am Zentrum Moderner Orient verfolgt werden, eine inhaltliche und methodische Bereicherung der aktuellen Diskussionen über Globalisierung und Global-(bzw. Welt-)geschichte bieten. Sie tun dies, indem sie anhand der Verflechtungen zwischen außereuropäischen Regionen und Gesellschaften insbesondere die Vor- und Übergänge zwischen Grenzüberschreitung und Abgrenzung und die dadurch ausgelösten Veränderungsprozesse in den Blick nimmt. Die bisherigen Ergebnisse des hier vorgestellten Forschungsprogramms legen insbesondere die folgenden Schlussfolgerungen nahe:

1. Die Geschichtswissenschaft kann einen wesentlichen Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über Globalisierung liefern. Diese Debatte sollte aber auch außerhalb der Geschichtswissenschaft stärker historisiert werden. Ansätze hierzu gibt es auch in Bereichen wie der Medizin-, Biologie- und Technikgeschichte (z.B. McNeill 1976, Headrick 1981, Adas 1989).

2. Die Diskussion über Globalgeschichte muss sich stärker verschiedenen regionalen und lokalen Perspektiven öffnen (dazu auch: Cooper 2001, wissenschaftskritisch: Pernau 2004). Bislang wird sie in aller Regel als eine Art europäischer Expansionsgeschichte geschrieben, wobei die Schwerpunkte natürlich unterschiedlich gesetzt werden und verschiedene Erweiterungen erlauben (z.B. politische Geschichte: Reinhard 1983-90, Ökonomie: Wallerstein 1974ff., Moderne und Modernisierung: z.B. Lerner 1964, Inkeles & Smith 1974). Ein Perspektivwechsel auf außereuropäische Regionen des Südens hat Konsequenzen nicht nur inhaltlicher, sondern auch begrifflicher Art.

3. Die Dialektik von Bewegung und Einrichtung, von Transfer und Abgrenzung sollte stärker beachtet werden. Gerade die oben am Beispiel des Indischen Ozeans skizzierten Abgrenzungs- und Kontraktionsprozesse sind ein wichtiges Korrektiv zu der in vielen Bereichen der Diskussion nach wie vor dominierenden Teleologie einer gerichteten Bewegung der Integration. Die Debatte unter Sozial- und Kulturanthropologen bestätigt die am ZMO vertretene Überzeugung von der Notwendigkeit, auch neuartige Formen von Grenzziehungen stärker in den Vordergrund zu rücken (z.B. Ferguson 2002 mit Kritik an Piot 1999 u.a., Ho 2004).

4. Die Globalisierung hat multiple Orte und Räume, die einander zum Teil ergänzen, sich überlappen oder in bewusster Opposition zueinander formieren (Mann 2002, Beck 2002a). Derartige Orte sind nicht nur im „Norden“, sondern auch im „Süden“ zu finden.

Anmerkungen:
[1] Die hier vorgestellten Positionen sind das Resultat intensiver Diskussionen im Kreis der Mitarbeiter/innen am Zentrum Moderner Orient, Berlin.
[2] Es handelt sich um das gegenwärtige Forschungsprogramm des Zentrums Moderner Orient; für nähere Informationen vgl. www.zmo.de.
[3] Ein Teil dieser Ergebnisse ist bereits angedeutet in: Deutsch, Jan-Georg; Reinwald, Brigitte (Hgg.), Space on the Move. Transformations of the Indian Ocean Seascape in the Nineteenth and Twentieth Century, Berlin 2002.
[4] Dies findet sich etwa bei Appadurai (1996) im Hinblick auf Grenzräume oder Begegnungsorte wie Flüchtlingslager aber auch auf Metropolen. Diese werden auch im Kontext eines Programms des Social Science Research Council zu Translocal Flows in the Americas als „ciudades translocales“ bezeichnet (Godoy-Anativia & Reguillo, 2005). Peleikis (2003) spricht in einer am ZMO entstandenen Studie von einem durch Migration geprägten translokalen libanesischen Dorf. Auch Ma (2002) bezeichnet Studios, die bewusst im Hinblick auf eine bestimmte internationale Musiksubkultur hin gestaltet werden, als translokale Orte.
[5] Bromber, Reisen durch den Krieg, http://www.zmo.de/forschung/laufende_projekte/indischer_ozean.html.

Literatur:
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Citation
Ulrike Freitag: Translokalität als ein Zugang zur Geschichte globaler Verflechtungen, in: Connections. A Journal for Historians and Area Specialists, , <www.connections.clio-online.net/article/id/artikel-632>.
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Diese Rezension entstand im Rahmen des Fachforums 'Connections'. http://www.connections.clio-online.net/
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