Halle Lectures 2018 - Globales Denken in der Diskussion. Eine Vortragsreihe: Dipesh Chakrabarty

Place
Halle
Host/Organizer
Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung(IZP); Alexander-von-Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer; Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA); Landesforschungsschwerpunkt »Aufklärung — Religion — Wissen«
Date
25.06.2018
By
Aleksandra Ambrozy

Die Erforschung des 18. Jahrhunderts spielt in Halle eine herausgehobene Rolle, an den Forschungszentren der Universität ebenso wie in den Franckeschen Stiftungen. Betrieben wird diese Forschung in dem Bewusstsein, an den Grundlagen der modernen Gesellschaft zu arbeiten und mit der Historie immer auch ein Stück unserer Gegenwart kritisch zu befragen und damit ‚aufzuklären‘.
In jüngster Zeit ist die Maßgeblichkeit der Aufklärung sowohl in wissenschaftlichen als auch in gesellschaftlichen Debatten in die Kritik geraten. Wieviel Selbstüberschätzung steckt im Anspruch der Aufklärer? Ist Aufklärung nicht – wie die christlich-pietistische Mission – trotz der von ihr beanspruchten Universalität, ein partikulares Pro- jekt, das die Vorherrschaft Europas mehr gestärkt als in Frage gestellt hat? Wieviel taugen die kritischen Verfahren, die anthropologischen Leitbilder und die politischen Ideale des 18. Jahrhunderts noch in einer Zeit, in der sich partikulare und nationalistische Tendenzen rapide auszubreiten scheinen?

Um solchen Fragen nachzugehen, haben die in Halle ansässigen Forschungseinrichtungen, die zentral mit dem 18. Jahrhundert befasst sind, eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Jährlich zwei heraus- ragende, international renommierte Wissenschaftler werden gebeten,ihre Sicht auf die Erforschung des 18. Jahrhunderts und deren Bedeutung im Kontext der aktuellen Weltlage darzulegen. Historische Fundierung und gegenwartsbezogene Problematisierung sollen dabei verbunden werden, ebenso lokale, nationale, europäische und globale Perspektivpunkte. Die Vorträge richten sich sowohl an Forscher und Studierende als auch an die weitere Öffentlichkeit.

Programm

25. Juni 2018, 18 Uhr
Prof. Dr. Dipesh Chakrabarty (University of Chicago)

»The Difficulty of Being Modern: Thoughts on Global and Planetary Histories«
Was bedeutet es modern zu sein in einer Zeit, in der kollektive menschliche Ambitionen planetarische Auswirkungen haben? Der Vortrag thematisiert einige der damit verbundenen ethischen Herausforderungen, indem er post­ humanistische und postkoloniale Perspektiven auf die Moderne zur Dis­kussion stellt. (Vortrag in englischer Sprache)

28. November 2018, 18 Uhr
Prof. Dr. Rebekka Habermas (Universität Göttingen)
»Aufgeklärte Wunderkammern und moderne Wissenswelten: Eine Geschichte globaler Dinge und was sie uns lehrt«
Mit den zentralen global players der Aufklärung, zu denen auch die Missio­nare gehörten, kamen viele Dinge des Außereuropäischen nach Europa, die das europäische Wissen bereicherten, ja zur Formierung ganz neuer Wissensbereiche führten, die schließlich nicht wenig zur Überlegenheit Europas in den Wissenschaften beitrugen. Und es sind genau diese Dinge, seien es menschliche Schädel aus Ozeanien, Dinosaurierskelette aus dem damaligen Deutsch­Ostafrika oder Bronzen aus Benin, die uns bis heute mit vielen Teilen der Welt verbinden und gleichzeitig mit der Frage konfron­tieren, wie mit diesen Dingen hier und anderswo umgegangen wurde und umgegangen werden soll.

Kontakt

Email: christian.helmreich@germanistik.uni-halle.de
Alexander-von-Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer

Email: annegret.jummrich@pietismus.uni-halle.de Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung

Citation
Halle Lectures 2018 - Globales Denken in der Diskussion. Eine Vortragsreihe: Dipesh Chakrabarty, 25.06.2018 Halle, in: Connections. A Journal for Historians and Area Specialists, 13.05.2018, <www.connections.clio-online.net/event/id/termine-37279>.
Editors Information
Published on
13.05.2018